Stand: 05.10.2017 mit einer Gegendarstellung zum Artikel in der HNA vom 05.10.2017 / siehe unten

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Stellungnahme vom 29.09.2017

Liebe Igel-Freunde,

gestern überrollten uns die Ereignisse und endeten bitter! Unser angemietetes Haus in Zierenberg / Hessen wird/ist verkauft und wir werden kalt entmietet. Nach ersten Erkenntnissen und unter Vorbehalt nach Aussage von Zeugen sandte vermutlich der eifrige „Käufer(?)“, um die Dinge zu beschleunigen uns das Amt. Andere Aussagen weisen auf eine erneute Aktion der "Dauerfreunde" der Igel-Arche hin, die uns und andere Igel-Stationen seit vielen Jahren piesacken. Das Amt kam gestern gleich mit einer Beschlagnahmeverfügung für alle in Zierenberg in Pflege befindlichen Igel angerückt und nahm diese armen Viecherl „in amtliche Obhut“ wegen „schlechter Unterbringung und Pflege“. Hunderte von Besuchern allein dieses Jahr bestätigten uns was anderes, siehe „ Kommentare auf Google-Maps“. Wohl ein weiterer Fall von „Knast für Tierschützer in Hessen“, wie man im web nachlesen kann. Achtung bitte, das betrifft nur unsere Station in Hessen, nicht das Haus in NRW oder unsere Pflegestellen!

Ein großer Teil dieser beschlagnahmten Igel wird so leider jämmerlich binnen kürzester Zeit verenden, weil sie entweder ihre Therapie nicht bekommen, Mütter nicht mehr säugen können, weil sie von ihren Babies getrennt wurden, oder Igel-Babies nicht mehr mit Spezialfutter von Hand mehrfach täglich gefüttert werden können. Eine Einzelbestandsaufnahme mit Kontrolle jedes Tieres zur Zustandsfeststellung und Pflegehinweisen unsererseits wurde bei der Wegnahme verweigert. Argument: Die Tiere kämen zu einem Tierarzt zur Untersuchung, der wisse was man tue. Wer das sei wolle man nicht sagen. - Die Igel kamen für den Abtransport in Großkäfige, Familienverbünde wurden getrennt. - Im Klartext: Absehbares Igel sterben auf amtliche Anordnung hin bewußt in Kauf genommen. Glückliches Deutschland! Und wer kontrolliert und berichtet, wie es den Igeln nun geht? - Keiner, Amtsgeheimnis! - Das alle Igel in ihren Boxen bei uns korrekt versorgt vorgefunden wurden hat man nicht notiert. So haben wir seit 20 Jahren sehr erfolgreich über 17000 Igel in offenen Boxen untergebracht, aus denen sie jederzeit hätten flüchten können, wenn sie sich nicht wohl gefühlt hätten. Nie gab es damit Stress. Die Igel schauten sich um, begrüßten den Nachbarn in seiner Box und blieben in ihrer. Zuweilen wurde der Nachbar auch mal besucht und man kuschelte. Von wegen Igel seien Einzelgänger! Nur beim Jagen sind Igel allein unterwegs, denn ein Insekt mit anderen teilen zu müssen macht nicht satt. Diese Form der zeitweisen Unterbringung missfällt einigen besser wissenden Zeitgenossen. - Igel als Schnellverdauer koten wie die Weltmeister, eine eben blitzblank gereinigte Box kann schon nach 1 Stunde wieder grauslig aussehen. Eine tägliche Reinigung sollte aber ausreichen, wird in Zoos auch nicht anders gehandhabt. Aus diesem Grund haben wir diese Saison erfolgreich täglich frische Handtücher eingesetzt, satt Schlafhäuschen, weil diese eine größere Oberfläche bieten und die Tier dadurch sauberer halten. - Um sich vor den gefährlichen Igeln zu schützen trugen die Beamten Schutzanzüge und Masken. Das Cenario erinnerte stark an den Film OUTBREAK.

Eine Abgabe in unser Mutterhaus in NRW oder in unsere Pflegestellen wurde nicht gestattet. Wo die armen Tiere nun hinkommen und welche Sachkunde über Igel die „neuen Pfleger“ haben ist ein Geheimnis. Es gäbe ausreichend geeignet Igel-Stationen in Hessen, die dies bewältigen könnten, da kämen sie hin. - Warum ist von diesen offiziell nichts bekannt und selbst die Behörden schickten die Igel-Finder zur Igel-Arche? - Auf die Frage, an wen wir nun Hessische Igel-Schützer mit deren Anliegen verweisen könnten gab es Schulterzucken. - Fast wöchentlich hören wir von Tierfreunden in Sachen Hilfe für verletzte Wildtiere, die Ämter sagten, man soll die Tiere liegen lassen, dass regelte die Natur schon von allein, sprich verenden lassen und wegschaun. Ist das DER Tierschutz in Hessen?

Beim letzten Gewaltakt des Amtes starben 3 Igel, weil das Amt uns vor dem Wochenende die dringend benötigten Medikamente trotz Protestes „zur Kontrolle“ wegnahm. Unsere TA war ausgerechnet das lange WE im Urlaub. Schriftlich hieß es nachher zur Begründung, „wir hätten ja auch in die Notaufnahme fahren und uns dort neue Medis holen können, was nach Gebührenordnung einige hundert Euro gekostet hätte, aber wer solche Aufgaben erfülle müsse auch das nötige Kleingeld mitbringen“. Perfide ist auch, dass eben dieses Amt uns schaden und mundtot machen will. Da nutzten auch die Belobigungen der Landesregierung und des Landrates nichts... Seit 2002 laufen unsere vom Schulamt empfohlenen Igel-Vorträge bundesweit, über 3 Jahre sogar allmonatlich im Naturparkzentrum des Landes Hessen auf dem Dörnberg. Erfuhr das Amt von Schulvorträgen in Hessen wurden die Schulen ohne Angabe von Gründen angewiesen die Buchung zu stornieren, so die Aussagen der Schulleitungen. Gott sei Dank nur in Hessen. Diverse Schulen hielten sich nicht daran und fanden kreative Lösungen. - Keine Sorge, die Vorträge und Igel-Seminare gibt es auch weiterhin, ebenso wie die Sprechstunden. Nur Igel in Hessen aufnehmen können wir leider nicht mehr.

Damit schließt die letzte Igel-Station Hessens ihre Pforten. Andere gingen mit „ hessischer Amtshilfe“ vor uns. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man in Hessen Spitze darin ist funktionierende Strukturen engegierter Bürger im Tierschutz von amtswegen platt zu machen und Nachkommende abzuschrecken. Wer steckt dahinter? Das muss ganz oben in der Hierarchie angesiedelt sein. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da jemand auf Krawall gebürstet ist. Die hessische Politik ist in der Verantwortung und täte gut daran hier mal gründlich aufzuräumen, denn im ganzen Lande liegt vieles im argen. - Auch wir sind es leid in Hessen ständig drangsaliert und überbürokratisiert behindert zu werden, statt im Bedarfsfall - denn nicht immer läuft alles perfekt - kooperativ nach Lösungen zu suchen, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Die Bürokratie sollte für den Bürger arbeiten und nicht gegen ihn. - Laut parlamentarischer Anfrage der Fraktion „Die Grünen“ im Hessischen Landtag noch aus der Opposition heraus sind diese von uns erfüllten Aufgaben eigentlich Sorge des Staates, der hier aber auch lieber wegschaut und „keinen Bedarf sieht“, so laut der uns vorliegenden schriftlich Antwort des Hessischen Landtages. „Die Grünen“ hatten uns hoch gelobt und einiges versprochen. Später als Mitglieder der Landesregierung haben sie uns schwer enttäuscht. - Wir machen schließlich seit über 20 Jahren ehrenamtlich uneigennützig die Arbeit und finanzieren alles selbst nur aus Spenden. - Bedanken möchten wir uns bei allen Bürgern Zierenbergs für die breite Unterstützung und warmherzige Aufnahme in den letzten acht Jahren, wir werden Euch vermissen.

Wie geht es weiter? Unser Mutterhaus in NRW besteht im 21. Jahr. Aktuell sucht man dort ein größeres Zuhause. Die in jahrelangen Arbeitseinsätzen in Zierenberg entstandene tolle Anlage werden wir abbauen und in das neue Domizil mitnehmen. Verschwendete Zeit und Geld, die weitaus sinnvoller genutzt werden könnten... Es bringt nichts Hessen nachzuweinen. Wir wissen auch, dass man mit uns ein Exempel statuieren will, um andere abzuschrecken sich zu engagieren. - Nach einem Gewitter folgt Sonnenschein. Der herzliche Zuspruch unserer gestandenen Mitglieder und Paten lässt uns frohen Mutes die Zukunft angehen. Trotzdem sind unsere Gedanken traurig und schweren Herzens bei den Schicksalen der armen Igel, die wir so mühevoll mit vielfachen Tag- und Nachtschichten wieder hochgebracht haben. Manch ein Pate hat das ja hautnah miterleben dürfen, auch das Igel für uns Freunde auf Gegenseitigkeit sind, was die guten Behandlungserfolge bestätigen. Wir haben Freunde verloren ...

Der siebte „Maus-TürÖffnerTag“ der WDR „Sendung mit der Maus“ am 3. Oktober 2017 in der Igel-Arche muss daher aus gegebenem Anlass zu unserem großen Bedauern abgesagt werden. Die Organisation stand und wir hatten alles wie immer gut vorbereitet. Allen angemeldeten Teilnehmern, deren Postanschrift uns vorliegt, werden wir ein kleines Trostpflaster zukommen lassen.

Wir sind auch weiterhin für Euch und die Igel da, in dringenden Fällen auch rund um die Uhr telefonisch unter:

056 06-551 68 46 _ oder _ 017 44 812 591 Eventuell mehrfach versuchen, wir haben 4 Amtsleitungen, nicht alle sind ständig besetzt. Anrufe mit unterdrückter Rufnummer landen auf dem AB. Innerhalb Deutschlands rufen wir gern zurück, hinterlasst Euren Namen, Wohnort, Rufnummer und den Grund Eures Anrufes.

Termine zur Sprechstunde nur nach vorheriger Vereinbarung! Keine Igel-Aufnahme mehr in Zierenberg.

Wir sind ein Naturschutzverein spezialisiert auf Igel seit über 20 Jahren mit annähend 1300 Mitgliedern europaweit, angelegt als Solidargemeinschaft, da wir keinerlei Zuschüsse erhalten und alles selbst finanzieren müssen. Jeder gebe was er kann. Viele Tropfen ergeben einen See, trotzdem bedarf es erheblicher Anstrengungen um jeweils mit einer schwarzen Null das Jahr abschließen zu können. Alle unsere Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig.
Die Mitgliederversammlung hatte daher 2014 beschlossen nur mehr Igel in Verbindung mit einer Patenschaft stationär aufzunehmen. Ambulante Behandlungen und persönliche Beratungen sind weiterhin kostenfrei, wir erbitten jedoch eine angemessene Spende, jeder gebe, was er kann.
Die Unterbringung und Versorgung eines Igels pro Tag bedarf rund 5,- €, kommen OPs oder langwierige Behandlungen hinzu können es schnell mehrere hundert Euro werden.
Zum Vergleich: Tierheime erhalten von den Kommunen pro Fundtier zwischen 15,- und 35,- € pro Tag, aufwendige Behandlungen werden einzeln abgerechnet. - Die Igel-Arche bekommt gar nichts und finanziert sich seit anbeginn nur aus Spenden und Patenschaften! *** Nachtrag zum Infokärtchen unten: Die Gewichte der beobachteten Igel sind in den letzten 3 Jahren weiter abgesunken auf durchschnittlich 300-700 g für Stadt-Igel und 800-1200 g für Land-Igel. Ursache ist die schlechte Nahrungssituation, die Natur passt sich an.

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Gegendarstellung zum Artikel in der HNA vom 05.10.2017
Die Berichterstattung in der HNA vom 05.10.2017 über die Igel-Arche ist einseitig und formuliert an der Realität vorbei. Zu den Vorwürfen des Amtes wurde keine Aussage der Betroffenen eingeholt.

Foto mit Igeln in Boxen: Das Bild soll suggerieren, dass so die Haltung in Zierenberg stattfand: Viele Tiere in einer einzigen Box ohne Einstreu oder Bodenbelag, direkt auf rutschigem Plastik.
Richtig ist: So wurden die Tiere vom Amt abtransportiert, zusammengekippt, dabei Familienverbünde und säugende Mütter von ihren Babies getrennt.
Beweis: Links sieht man auf dem Foto eine rote Ziegelwand. In Zierenberg in der Station gibt es keine Ziegelwände. Das heißt, dieses erschreckende Foto ist wo anders entstanden und wird der Igel-Arche untergeschoben.
Beweis für die Trennung der Familien beim Abtransport: Wie man ebenfalls gut auf dem Foto erkennen kann, sind dort große und sehr kleine Igel zusammen in den Boxen.

Richtig ist, dass jeder zu behandelnde Igel in der Igel-Arche eine eigene Box hatte, täglich mit Zeitungspapier frisch ausgelegt und mit einem frisch gewaschenem Handtuch zum einkuscheln.

Richtig ist, dass Familienverbünde in einer Box zusammen waren, Mütter mit Babies jeweils in einer großen IKEA-Box.

Der unbedarfte Leser mag sich fragen, wie man zu 95 Igeln kommen kann. Es soll der Eindruck von krankhaftem „Animal-Hording“ vermittelt werden.
Richtig ist, es ist aktuell Saison und fast täglich gab es viele Neuzugänge, auch nachts. Da können schnell bis zu 40 Tiere pro Woche zusammen kommen, die dann den Möglichkeiten entsprechend auf Pflegestellen verteilt wurden. Auch wurden gepeppelte Igel vorbeigebracht zum fit machen im Aussengehege. Ganz abgesehen, von den vielen ambulant betreuten Igeln in den Sprechstunden. Jeder Überbringer wurde angehalten selbst die Pflege zu übernehmen. Nur wenige sahen sich dazu im Stande.
Würde man diese Mengen Tiere längere Zeit behalten bräuchte man allein Futter LKW weise, denn ohne Nahrung sterben auch sie. Wer sollte das bezahlen?

Foto mit auf der Seite liegendem Igel-Baby: Auf dem Bild sieht man einen kleinen apathischen Igel, ein Neuzugang, dem es sehr schlecht geht. Bei seiner Einlieferung hatte er schon mehrere Tage gehungert, die Substanz war angegriffen. Diese Igel wurden mehrfach pro Tag von Hand gefüttert. Medikamente nutzen bei Hungerödemen nichts. Es ist immer ein Versuch, hier wieder Substanz langsam aufzubauen. Wer gar nichts tut, hat schon verloren. Unsere Erfolgsquote hierbei lag bei über 80 %. Mehrfach täglich, auch Nachts wurden diese Fälle einzeln versorgt. Dass es nicht alle überleben liegt in der Natur der Sache. In der Station in Zierenberg war stets rund um die Uhr Betrieb.

Foto mit leeren Dosen: Die Dosen wurden im Bad gesammelt, gereinigt, gequetscht und verpackt für das Recycling, hierfür gab es etwas Geld für die Pflegekasse.

Foto mit Komposttonne: Wie es dort geschrieben steht vermutet man als Leser tote Tiere im Haus zwischen den Lebenden. Das stimmt so rein gar nicht.
Richtig ist, dass verstorbene Igel in den Kompost kamen und dort auch sind, aber bereits verottet und zerfallen.
Im Haus an einer Stelle lagen aufbewahrt 3 "Igel-Decken", d.h. Igel in der Natur verendet, von Maden komplett das Gewebe gereinigte, geruchsneutral und die noch erhaltene filigrane Stacheldecke noch nicht zerfallen. Diese Decken dienten Schulungszwecken, da sie einen Blick in das Innere der Tiere unter die Stachelhaut ermöglichen. Die AmtsVet. nannte diese Decken "Kadaver", wobei der Begriff Kadavar ein frisch verstorbenes Lebewesen im Zustand der Zersetzung beschreibt.

Richtig ist, dass der Boden verschmutzt war, darüber waren wir uns bewußt. Zeitnah sollte der Boden gegen einen leicht zu reinigenden Fliesenbelag ausgetauscht werden. Die Auswahl war bereits erfolgt. Tiere, die sich schmutzig machten wurden immer sofort gewaschen. Verklebte Pfötchen gab es nicht.
Bei der Wegnahme bat ich um Protokollierung der Pflegezustände der einzelnen Tiere, das wurde verweigert, um eben im nachhinein solche Behauptungen wie oben ausschließen zu können. Soweit man auf dem Foto erkennen kann, sind die Igel alle wohlgenährt und keineswegs schmutzig.
Wer mit Tieren regelmäßig umgeht weiß, dass Schmutz anfällt und sich nicht vermeiden läßt. Das Amt kam aber schon mit der Beschlagnahmeverfügung an.

Falsch ist, dass die Igel nicht tierärztlich versorgt wurden. Es wurden nur schwere Fälle und Verletzungen von unseren TA behandelt. In der letzten Zeit gab es keine Fälle dieser Art.
Unterernährte Tiere wurden ohne TA zutun aufgepeppelt, was hätte ein TA auch dazu beitragen können?
Das Vet.Amt Wolfhagen hatte in der Vergangenheit mündlich gefordert, wir müßten einen eigenen Tierarzt anstellen und ständig hier vorhalten. Der Bitte uns dies schriftlich mitzuteilen mit Verweis auf den Gesetzestext wurde nie entsprochen.

Zu den weißen Boxen: Die Tiere können aus diesen jederzeit selbständig raus, wenn es ihnen darin nicht gefällt. Die Boxen sind lebensmittelecht, geruchsneutral, leicht zu reinigen, stabil und bei Nichtbedarf stapelbar. Die Haltung darin hat sich seit 20 Jahren als gut und richtig erwiesen, und die Igel fühlen sich darin wohl. Weitaus besser als in Käfigen.

Es wird berichtet, Igel seien eingesperrt in Holzhäuschen gewesen auf denen Futterdosen gestapelt sein sollen. Das stimmt nicht.
Richtig ist: Auf zwei Holzhäuschen lagen leere Dosentrays aus Karton, die gesammelt wurden und als täglich frische Unterlagen für Futterschalen weiterverwertet wurden. Auf einem Dach eines Holzhäuschens war eine Keksdose mit Trockenfutter abgestellt. Die Eingänge der Holzhäuschen waren immer zu jedem Zeitpunkt frei begehbar.

Es wird berichtet, man mutmaße, die Tiere seien schon länger nicht versorgt worden.
Das ist falsch und eine weitere böswillige Unterstellung.
Richtig ist: Die Tiere wurden täglich abends versorgt. Die Boxen wurden 2-3 mal wöchtenlich grundgereinigt. Täglich erfolgte eine Basisreinigung und das eingelegte Papier wurde dabei komplett erneuert, als auch die eingelegten Handtücher zum einkuscheln. Schmutzige Handtücher wurden gewaschen, 2 Maschinen täglich.
Richtig ist, dass Igel als Schnellverdauer enorm viel koten, wobei es saubere Tiere gibt und kleine Schweinchen, die alles durcheinander wirbeln. Entsprechend sehen die Boxen schon nach kurzer Zeit aus.
Bei der Wegnahme wies ich ausdrücklich darauf hin, dass alle Tiere versorgt seien, die Futternäfe frisch vom Vorabend stammten, was man gut erkennen konnte. Das wurde ignoriert und nicht im Protokoll vermerkt.

Es wird berichtet, auf dem Futter sei Schimmel gewesen. Das gab es nie, da mit der täglichen Versorgung die Näpfe gewechselt wurden!
Alle vorgefunden Futterschalen stammten vom Vorabend. In jeder Box war ein frischer Napf. Futternäpfe wurden vor jeder Verwendung gründlich gereingt, dafür gab es einen zweiten Satz Näpfe.

Es wird berichtet, dass vermutet wird, dass es durch die Gruppenhaltung zu Fortpflanzungen kam und die vorgefunden Igel-Babies daher stammten. Das ist falsch.
Richtig ist: Igel haben eine natürliche Geburtenregulierung. Sind viele Tiere beieinander gibt es keine Geburten. Dies ist dem Amt offensichtlich unbekannt. In der Station wurden zu keinem Zeitpunkt in 20 Jahren dort gezeugte Igel geboren.
Richtig ist. Es kam immer wieder über die Jahre mal vor, dass hochträchtige Igel-Weibchen aus Umsiedlungen eingeliefert wurden, die dann hier warfen, oder es kamen frische Säuglinge herein, bei denen das Muttertier nachweislich zu Tode kam.
Richtig ist: Jetzt im Herbst werden die meisten Igel geboren, in der ersten und zweiten Woche im August.
In dieser Zeit fallen viele verweiste und geschwächte Igel-Babies an, die ohne menschliche Versorgung keine Überlebenschance hätten. Die meisten eingelieferten Igel-Babies waren bei ihrer Einlieferung mehr tod als lebendig und wurden wieder mit viel Mühe ins Leben zurückgeholt, davon können sehr viele Überbringer aus einem Radius von 150 km berichten, die dabei über Stunden anwesend waren und die Behandlung mitverfolgten.

Richtig ist, dass im Zuge des über 7 Jahre sich hinziehenden Genehmigungsverfahrens in Hessen das Amt den Schwebezustand der Haltung tollerierte. Auf unsere ständigen anwaltlichen Nachfragen nach einer Aufstellung der zu erfüllenden Auflagen, welche Bestandteil der Genehmigung werden sollten, wurde man nie konkret, die Aufstellung gab es nicht. Ebenso wenig wie einen Antwort auf unsere Bitte um Information, wo man die Sachundeprüfung "Igel" denn bitte ablegen könne, die das Amt verlangte, was wir gern tun wollten. Ersatzweise um Mitteilung, von welchem Schulungsanbieter die Sachkundeprüfung vom Amt anerkannt würde. Hierauf gab es nie eine Antwort. Zwischenzeitlich hatten 2016 zwei Mitarbeiter eine einwöchige Schulung zu einer allgemeinen Sachkundeprüfung beim Deutschen Tierschutzbund abgelegt, die bundesweit anerkannt würde, hieß es.
Das Vet.Amt wurde darüber zeitnah informiert. Darauf gab es keine Reaktion.
Eine spezielle Sachkundeprüfung-Igel, auf welcher das Amt bestand, gibt es gar nicht.
Tierärzte können in aller Regel in Sachen Igel wenig helfen. Zum einen wird der Igel akademisch gar nicht gelehrt, zum anderen rollen die Tiere sich in der Praxis erfahrungsgemäß zusammen, was eine Untersuchung ohne Vollnarkose unmöglich macht. Die oft aus gutem Willen verabreichten diversen Spritzen in den zusammengerollten Igel sind ein Schuß ins Blaue und zumeist überflüssig.

Schließlich versuchten wir 2016 das Amt zu einer Aussage zu bringen, in dem wir um Entscheidung baten, in der Hoffnung, dann würden die fraglichen Punkte aufgeführt. Dem war nicht so. Stattdessen wurde die Genehmigung verweigert, was eine Haltung untersagt. Bereits vorher war die Station in Zierenberg geräumt worden.
Erst mit Saisonstart 2017 wurden wieder Igel aufgenommen. Hochgepäppelte erwachsenen Igel wurden im 130 qm großen Aussengehege in überschaubaren Gruppen für die Auswilderung fit gemacht.
Demnach ist richtig: Es lag ein Haltungsverbot für Zierenberg vor.
Die Gegenfrage: Die Notfälle bestanden real, die Menschen kamen und brachten die Tiere, ohne eigene Möglichkeiten die Igel selbst zu versorgen. Wir haben die Erfahrung, auch wenn man sie uns abspricht, und die Möglichkeiten zu helfen - und taten es uneigennützig, im Bewußtsein offiziell dies nicht tun zu dürfen.
Nach Aussage der hessichen Ämter lautet die offizielle Anweisung bei Wildtieren in Not: "Wegschauen, die Natur regelt das alleine. Wer Tiere der Natur entnimmt macht sich strafbar."
Wie soll sich jemand mit Verantwortungsgefühl und Civilcourage bei Tieren in Not verhalten? Wegschauen oder Helfen?

Siehe Artikel der HNA vom 05.10.:
https://www.hna.de/lokales/wolfhagen/zierenberg-ort78080/95-igel-aus-katastrophaler-haltung-in-zierenberg-gerettet-8744550.html




























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